Architektin oder Architekt in der Schweiz – Leistungen, Honorar & Auswahlhilfe für Bauherren

Praktische Hinweise für eine erfolgreiche Planung und Zusammenarbeit.
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Warum gute Planung entscheidend ist

Ob Neubau, Umbau oder energetische Erneuerung: Der grösste Hebel für Qualität und Kosten liegt fast immer in der Planung. Ein durchdachter Grundriss verbessert den Alltag, eine saubere Detailplanung verhindert Bauschäden – und eine gute Koordination spart Wochen auf der Baustelle. Genau hier kommt die Architektin bzw. der Architekt ins Spiel. In der Schweiz setzen viele Eigentümer deshalb auf professionelle Planung: für ein Einfamilienhaus, eine Wohnungssanierung, eine Machbarkeitsprüfung oder die Entwicklung eines Grundstücks.
Gleichzeitig ist die Unsicherheit gross: Was macht ein Architekt konkret? Welche Leistungen braucht man wirklich? Und wie hoch sind die Honorare realistisch? Dieser Ratgeber ordnet das Thema praxisnah ein, erklärt typische Leistungsbausteine, zeigt gängige Abrechnungsmodelle und hilft dir, die passende Fachperson für dein Projekt zu finden – ohne Fachchinesisch.

Aufgabenprofil: Was Architekten im Bauprojekt wirklich übernehmen

Ein Architekt ist nicht nur „Designer“, sondern häufig die Person, die dein Projekt vom Wunsch zum baubaren Ergebnis bringt. Er verbindet Gestaltung, Technik, Gesetzeslage, Budget und Abläufe zu einem Plan, mit dem Unternehmer später zuverlässig arbeiten können. Je nach Auftrag übernimmt er einzelne Teile oder begleitet das Vorhaben komplett.
1) Bedürfnisse aufnehmen und Projektziele übersetzen Zu Beginn werden Anforderungen präzisiert: Welche Räume werden gebraucht? Welche Prioritäten gelten (Energie, Komfort, Barrierefreiheit, Material, Zeitplan)? Diese Klärung klingt simpel, verhindert aber später teure Korrekturen.
2) Entwerfen und Varianten prüfen Architekten erstellen Entwürfe und vergleichen Optionen: Grundrisslösungen, Gebäudekubatur, Tageslicht, Erschliessung, Materialkonzepte. Gleichzeitig werden Machbarkeit, Baurecht und Budget in die Variantenprüfung integriert – damit du nicht in eine Planung investierst, die später am Baugesuch scheitert oder das Budget sprengt.
3) Baueingabe und Behördenkoordination Für eine Bewilligung braucht es vollständige Pläne und Unterlagen. Die Architektin bereitet den Dossierumfang so auf, dass Gemeinden und kantonale Stellen effizient prüfen können. Rückfragen, Anpassungen und Nachweise (z. B. Energie) werden koordiniert.
4) Fachplaner und Schnittstellen steuern Statik, Haustechnik, Elektro, Energieberatung, Brandschutz oder Spezialgewerke: In vielen Projekten sind mehrere Planer beteiligt. Der Architekt sorgt dafür, dass Details zusammenpassen – damit nicht erst auf der Baustelle auffällt, dass Leitungen, Träger und Anschlüsse kollidieren.
5) Ausführung begleiten, Qualität und Kosten kontrollieren Wenn der Auftrag auch Bauleitung umfasst, überwacht der Architekt Termine, Ausführung und Budget, führt Baustellensitzungen, prüft Rechnungen und organisiert Abnahmen. Das reduziert das Risiko, dass Mängel übersehen werden oder Kosten aus dem Ruder laufen. Unterm Strich ist der Architekt häufig dein Interessenvertreter: Er bringt Struktur in Entscheidungen, sorgt für technische Korrektheit und hilft, Risiken früh zu erkennen.
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Architektenkosten in der Schweiz – wie das Honorar typischerweise entsteht

Architektenhonorare werden nicht „nach Gefühl“ festgelegt, sondern ergeben sich aus Projektart, Komplexität und Leistungsumfang. In der Schweiz orientieren sich viele Büros an der SIA 102 (Honorar- und Leistungsordnung), kombinieren das aber je nach Auftrag mit Pauschalen oder Stundenabrechnung.

Richtwerte je nach Projektart

Neubau Bei Neubauten ist der Ablauf meist gut planbar, weil die Ausgangslage klar ist. Wenn Entwurf, Bewilligung, Ausführungsplanung und Bauleitung aus einer Hand kommen, bewegt sich das Honorar oft in folgendem Rahmen: ca. 10–14 % der Bausumme
Umbau / Sanierung Im Bestand ist vieles ungewiss: verdeckte Leitungen, Tragwerk, Feuchte, Schallschutz, Detailanschlüsse. Das erhöht den Planungs- und Koordinationsbedarf. ca. 12–20 % der Bausumme
Anbau / Erweiterung Anbauten sind technisch anspruchsvoll, weil Alt und Neu zusammen funktionieren müssen (Wärmebrücken, Anschlüsse, Statik, Haustechnik). ca. 12–18 % der Bausumme

Abrechnungsmodelle, die du in Offerten häufig siehst

Prozenthonorar auf Basis der Baukosten (SIA-orientiert) Sehr verbreitet bei grösseren Vorhaben mit mehreren Phasen. Der Prozentsatz steigt oft mit der Komplexität und sinkt, wenn du nur Teilphasen beauftragst.
Pauschalhonorar für klar definierte Etappen Z. B. Machbarkeitsprüfung, Baueingabe oder Entwurfsphase. Vorteil: hohe Transparenz – wenn die Leistung exakt beschrieben ist.
Stundensatz für Beratung und Zusatzaufträge Typisch bei punktuellen Fragen oder wenn der Umfang nicht fix ist. Richtwerte: oft 120–180 CHF/Stunde, je nach Erfahrung und Region auch darüber.

Beispielrechnungen zur groben Orientierung

Einfamilienhaus-Neubau (Bausumme ca. 900’000–1’000’000 CHF) Honorar häufig im Bereich von 90’000–140’000 CHF (je nach Leistungsumfang).
Umbauprojekt 100–150 m² Je nach Eingriffstiefe: 30’000–85’000 CHF.
Kleine Vorhaben (Innenumbau, Bad/Küche, Teilplanung) Planung und Koordination: 5’000–17’000 CHF, abhängig davon, ob Bewilligung/Bauleitung nötig ist.
Tipp: Preisvergleiche sind nur sinnvoll, wenn die Offerten denselben Leistungsumfang enthalten (z. B. mit/ohne Ausschreibung, mit/ohne Bauleitung, gleiche Detailtiefe).
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Leistungsphasen: Welche Architektenleistungen es gibt – und was sie ungefähr kosten

Viele Bauherren denken zuerst an „Entwurf“. In der Praxis besteht ein Projekt aber aus mehreren Bausteinen, die du je nach Bedarf kombinieren kannst.

Machbarkeitsabklärung / Erstberatung

Sinnvoll, wenn du früh wissen willst, ob das Vorhaben baurechtlich, technisch und finanziell Sinn ergibt (z. B. vor Grundstückskauf oder bei komplexem Umbau).
Kosten: ca. 3’000–7‘000 CHF

Vorprojekt & Entwurfsentwicklung

Hier entstehen Varianten, Grundrisse, Raumkonzepte, erste Materialideen sowie eine realistische Budgetrichtung. Diese Phase bestimmt später den Charakter des Hauses – und verhindert Fehlentscheide.
Kosten: häufig 4–10 % der Bausumme (je nach Tiefe und Variantenanzahl)

Bauprojekt & Bewilligungsunterlagen

Pläne, Baubeschrieb, Nachweise und Koordination mit Behörden. In dieser Phase wird das Projekt „bewilligungsfähig“ gemacht.
Kosten: häufig 4–6 % der Bausumme

Ausschreibung & Unternehmerwahl

Leistungen werden ausgeschrieben, Offerten werden verglichen, Qualität/Termine geprüft und Vergaben vorbereitet.
Kosten: häufig 3–5 % der Bausumme

Ausführungsplanung

Detaillierte Pläne und Angaben für die Handwerker: Maße, Anschlüsse, Details, Materialdefinitionen. Diese Phase verhindert teure Baufehler.
Kostenrahmen: ca. 2–5 % der Bausumme

Bauleitung & Controlling

Terminplanung, Qualitätsprüfung, Rechnungs- und Kostenkontrolle, Baustellenkoordination.
Kosten: häufig 3–7 % der Bausumme

Abschlussphase: Abnahme & Dokumentation

Mängelmanagement, Schlussabnahme, Übergabe der Dokumentation und Pläne für Betrieb/Unterhalt.
Kosten: häufig 1–2 % der Bausumme
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Architekt, Bauleiter oder GU/TU – welche Projektform ist die richtige?

Welche Rolle du beauftragst, hängt davon ab, wie viel Kontrolle und Flexibilität du willst – und wie viel Koordination du selbst übernehmen kannst oder möchtest.
Architekt als Gesamtpartner Ideal, wenn du eine individuelle Lösung möchtest, wenn Umbau/Bestand heikel ist oder wenn du unabhängige Qualitäts- und Kostenkontrolle schätzt. Du hast mehr Einfluss auf Material, Details und Unternehmerwahl – brauchst aber klare Entscheide, damit das Projekt effizient bleibt.
Bauleiter als Fokus auf Ausführung Sinnvoll, wenn Planung und Detailpläne bereits vorhanden sind und du vor allem die Baustellenführung brauchst: Terminabstimmung, Kontrolle und Koordination während der Umsetzung.
Generalunternehmer (GU) / Totalunternehmer (TU) GU/TU sind attraktiv, wenn du eine „Rundum-Lösung“ suchst und möglichst wenig Schnittstellen willst. GU übernimmt Ausführung (Planung teils extern), TU übernimmt Planung und Ausführung. Vorteil: klare Verantwortlichkeit und oft ein Gesamtpreis. Nachteil: Änderungen können teuer werden, und der Spielraum bei Details/Materialien ist häufig stärker eingeschränkt als bei einer Architekturlösung.
Was ist günstiger? Es gibt kein pauschales „GU ist billiger“ oder „Architekt ist billiger“. GU/TU kann durch Standardisierung und Einkauf Vorteile haben. Architektenprojekte bieten mehr Transparenz und unabhängige Kontrolle, können aber durch viele Varianten oder späte Änderungen teurer werden. Entscheidend ist die Disziplin in der Planung – nicht nur das Modell.

Spartipps: Wie du clever planst und trotzdem Qualität bekommst

Früh ein klares Pflichtenheft erstellen Je präziser du festlegst, was du willst (und was nicht), desto weniger Planungsstunden entstehen durch Korrekturschleifen.
Varianten reduzieren und Entscheidungen bündeln Mehrere Materialwelten, Küchenlayouts oder Fassadenvarianten wirken spannend, kosten aber schnell viel Planungszeit. Besser: wenige, klare Optionen – dafür konsequent.
Bewährte Systeme statt Speziallösungen Standardmass, modulare Bauteile und erprobte Details reduzieren Aufwand, Risiken und spätere Nachträge.
Architekt früh beiziehen, nicht erst im Problemfall Je früher Konflikte mit Baurecht, Statik oder Haustechnik sichtbar werden, desto günstiger sind Anpassungen.
Offerten vergleichen – aber nur bei identischer Leistung Eine Offerte mit Bauleitung ist nicht mit einer reinen Entwurfs-Offerte vergleichbar. Achte darauf, dass Phase, Tiefe und Verantwortlichkeiten gleich beschrieben sind.
Eigenleistungen gezielt einsetzen Rückbau, Demontage, Entrümpeln oder Malerarbeiten können sich rechnen, wenn es sauber organisiert ist. Alles, was Tragwerk, Feuchte, Abdichtungen oder Haustechnik betrifft, sollte dagegen klar beim Profi bleiben.

Fazit: Gute Architekturfunktion entsteht aus Planung, Kontrolle und Klarheit

Ein Bauprojekt ist in der Schweiz eine grosse Investition – finanziell und emotional. Eine Architektin oder ein Architekt hilft dir, aus einer Idee ein Projekt zu machen, das bewilligungsfähig, baubar und budgetierbar ist. Gleichzeitig schützt dich professionelle Planung vor typischen Kostenfallen: unklare Details, fehlende Koordination, schlecht vergleichbare Offerten oder Nachträge auf der Baustelle.
Wenn du eine Fachperson suchst, achte besonders auf transparente Leistungsbeschriebe, nachvollziehbare Honorarmodelle, passende Referenzen – und darauf, ob die Kommunikation stimmt. Denn gute Zusammenarbeit ist oft der Unterschied zwischen „Bauprojekt“ und „Bauchaos“.
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