Ein Baumeister ist zuständig für Arbeiten, die die Bausubstanz und das Tragwerk betreffen – häufig auch für die frühe Phase der Baustelle, in der die Basis für alle weiteren Gewerke gelegt wird. Je nach Projekt übernimmt der Baumeister nicht nur Ausführung, sondern auch Koordination, Schnittstellenmanagement und Qualitätssicherung im Rohbau.
Rohbau, tragende Bauteile und Gebäudehülle im Grundgerüst
Baumeister erstellen tragende Wände, Decken, Stützen und tragende Anschlüsse. Dazu gehören Maurerarbeiten, Betonbauteile sowie oft Unterlagsböden und Rohbauarbeiten, die später von Ausbaugewerken (Fenster, Haustechnik, Innenausbau) ergänzt werden. Man kann sich das so vorstellen: Der Baumeister schafft die Struktur, auf der der Rest des Gebäudes „aufbaut“.
Abbruch, Rückbau und Tragwerksanpassungen
Beim Umbau müssen oft Wände entfernt, neue Durchgänge geschaffen oder alte Bauteile rückgebaut werden. Sobald tragende Elemente betroffen sind, braucht es Abstützungen, statische Planung und eine sichere Ausführung. Baumeister übernehmen solche Eingriffe, setzen Träger, Stützen oder neue Wände ein und sorgen dafür, dass das Gebäude während der Arbeiten stabil bleibt.
Beton- und Stahlbetonarbeiten
Bodenplatten, Stützmauern, Treppen, Decken oder Verstärkungen im Bestand – Beton ist ein typisches Baumeisterfeld. Wichtig ist dabei nicht nur das Giessen selbst, sondern auch Schalung, Bewehrung, Verdichtung und korrekte Ausführung nach statischen Vorgaben. Genau hier entscheidet sich, ob ein Bauteil später dauerhaft stabil bleibt oder ob sich Probleme wie Rissbildung oder Feuchtigkeit zeigen.
Koordination mit Planern und anderen Gewerken
In vielen Projekten ist der Baumeister das erste grosse Gewerk vor Ort und arbeitet eng mit Architekt, Statiker sowie Elektrik, Sanitär und weiteren Betrieben zusammen. Gerade bei Umbauten ist diese Abstimmung wichtig, damit Leitungsführungen, Öffnungen, Anschlüsse und Bauabläufe passen – und nicht durch Kollisionen oder Nachträge unnötig teuer werden.